Erweiterung und Umbau eines Wissenschaftsgebäudes

Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut_SDEI_Zeichnung Ansicht_Architekturbüro PASD Feldmeier Wrede Architekten BDA Stadtplaner SRL
Ansicht des Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut (Zeichnung: PASD Feldmeier Wrede Architekten)

Das Projekt SDEI

Die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung erweitert ihren Forschungsstandort für Entomologische Studien in Müncheberg (Märkisch-Oderland) und plant hierzu einen dreigeschossigen Neubau, der an das vorhandene Bestandsgebäude des SDEI angeschlossen wird. Der Neubau, in dem Fachlabore, Büros sowie Lager- und Arbeitsräume Platz finden, wird ausschließlich in Holzmassivbauweise errichtet und ist somit Vorreiter für die Verwendung des Baustoffs Holz. Alt- und Neubau werden über eine Erweiterung des Bestandstreppenraums verbunden, wobei auch in den Fluchtwegen die Holzbauteile an Wänden und Decken holzsichtig verbleiben. Aus diesem Grund und aufgrund der Lagerung zahlreicher entomologischer Proben in reinem Alkohol wurden besondere Anforderungen an den Brandschutz gestellt.

Lage/städtebaulicher Kontext

Der Solitär wird freistehend auf dem Gelände des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF e. V.) errichtet und über einen Verbindungsgang an den Bestandsbau des SDEI angeschlossen. Durch die sichtbaren Holzoberflächen innen wie außen wird die besondere nachhaltige Qualität des Gebäudes repräsentiert.

Brandschutznachweis in der Gebäudestruktur

Im Erdgeschoss befinden sich das Lager für alkoholische Proben, Labore, sonstige Lagerräume und die Technik.

Das 1. und 2. Obergeschoss beherbergen die Labore und Büros für die Angestellten.

Das Brandschutzkonzept im Grundriss des 2.OG (Zeichnung: Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH)

Materialien

Da die Holzmassivbauweise bei Wänden, Decken, Treppen, dem Aufzugsschacht und der hinterlüfteten Fassade ohne brandschutztechnische Bekleidung und ohne Dämmung umgesetzt wird, erfüllt der Baustoff Holz allein alle gestellten baurechtlichen Anforderungen. Dies erfolgt hinsichtlich des Brandschutzes über eine Abbrandberechnung, wobei die baurechtliche Anforderung sogar übertroffen wird. Hinsichtlich der Wärmedämmung und des Raumklimas werden die gesteckten Ziele über Bauteilaktivierung erfüllt. In einigen Laboren wird aufgrund der Nutzung ein Lehmputz auf die Holzwände aufgebracht. Bei den Lagern für die Alkoholsammlung wurden die Holzoberflächen nichtbrennbar bekleidet und Sonderlöschmittel für die Feuerwehr vorgehalten. Abgesehen von einer Alarmierungsanlage enthält das Gebäude keine brandschutztechnische Anlagentechnik, da alle Anforderungen bereits baulich durch die ingenieurmäßige Verwendung des Baustoffs Holz erfüllt werden.

Bautafel

Bauherr: Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut (SDEI)

Architektur: PASD Feldmeier Wrede Architekten BDA Stadtplaner SRL

Projektsteuerung: Ingenieurbüro Molitor

Brandschutz: Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten mbH

Statik: Krebs + Kiefer Ingenieure GmbH

HLSE: FIN Future is Now, Kuster Energielösungen