Barrierefreiheit im Namen Gottes dank Umbau und Modernisierung

ev-KG Zum Heilsbronnen_Berlin Schöneberg_Perspektive außen_Foto-Zoé Beausire

Lage und Beschreibung

Die Küsterei liegt im 1. Obergeschoss eines Bestandgebäudes aus massivem Mauerwerk, dessen Mittelpunkt die Evangelische Kirche ‚Zum Heilsbronnen‘ darstellt.

Rechts und links wird die Kirche von Wohnungen und einem Café flankiert. Die Räume der Küsterei queren den Kirchturm, dessen Geschossdecke höher lag als der Fußboden der Küsterei, so dass zwischen dem Eingangsbereich mit den Büroräumen und den Veranstaltungsräumen Stufen lagen.

Ein unschönes Hindernis für eine ältere Klientel unter den Teilnehmern der kirchlichen Veranstaltungen, aber auch für junge Mütter, die mit Kinderwagen oder Baby auf dem Arm zur Krabbelgruppe wollten.

Der Entwurf wurde von BvdM Architekten erstellt, deren Schwerpunkte, neben den klassischen Architektenleistungen, im Bereich Bauen im Bestand denkmalgeschützter
Gebäude und insbesondere von Kirchen liegt.

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Küsterei der ev. Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen – Maßnahmen

Um die Stufen zu beseitigen, wurde die aufwändig gestaltete Holzdecke des Kirchturms im Erdgeschoss, dem Eingangsbereich der Kirche, abgebaut, die Decke wurde um etwa 0,50 m abgesenkt, anschließend wurden die Holztafeln wieder angebracht. Parallel wurden die Büroräume der Küsterei modernisiert und mit einer großzügigen lichtdurchlässigen Glaswand ausgestattet. Aus zwei Treffpunkträumen wurde ein großzügiger Raum für das vielfältige Veranstaltungsangebot der Kirche. Die gesamte Gestaltung ist offener, heller, großzügiger gestaltet als vorher.

Bei der Gesamtgrundfläche von 367 m² konnte auf notwendige Flure verzichtet werden, aber eine Hausalarmanlage wurde eingebaut. Der Übergang von der Küsterei zur Empore des Kirchenschiffes, dem Bereich des Kirchenchores und der Orgel, musste durch eine Aufwertung der denkmalgeschützten Tür ertüchtigt werden, um die Trennung zweier Nutzungseinheiten zu sichern. Ebenso musste der Feuerwiderstand der denkmalgeschützten erhaltenswerten Türen zu den Treppenräumen erhöht werden.

Die Fluchtwegsituation durch zwei notwendige Treppenräume wurde durch den Einbau von Rauchabzugsöffnungen verbessert. Diese Maßnahmen kommen auch den Mietern der Wohnungen des gesamten Gebäudes zugute.

Ein Schlupfloch für einen möglichen Brand stellte die Orgelantriebstechnik dar, die sich in einem kleinen Raum in der Küsterei befand und deren Wanddurchbruch zur Orgel und damit in das Kirchenschiff eine nicht vollständig schließbare Öffnung darstellte. Nach der Orgelsanierung wurde die Technik an einer anderen Stelle untergebracht.

Abgetragene Turmdecke ev. Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen (Foto: Zoé Beausire)
Perspektive innen nach Fertigstellung der Baumaßnahmen ( Foto: Zoé Beausire)
Brandschutzvisualisierung Küsterei, ev. Kirchengemeinde 'Zum Heilsbronnen' (Plan: Eberl-Pacan Gesellschaft von Architekten)

Fazit zur Küsterei der ev. Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen

Der Aufwand war für eine relativ kleine Bruttogrundfläche vergleichsweise groß.

Die Brandschutzmaßnahmen wirkten sich nicht nur auf die Räume der Küsterei aus, sondern durch die Fluchtwegsituation aus dem 1. OG ins EG auch auf die Treppenräume und die Freihaltung der Rettungswege im EG.  Die Treppenräume Nord und Süd führen zwar nicht direkt auf öffentliches Straßenland, sondern in den Garten, aber die Flüchtenden sind auf jeden Fall im Freien.

Bautafel

Maßnahme: Modernisierung der Küsterei, Barrierefreiheit herstellen, Umgestaltung der Versammlungsräume

Lage: Heilbronner Straße 20 in 10779 Berlin-Schöneberg

Gebäude: Kirche, auf beiden Seiten von Wohnungen flankiert, 5 Geschosse

BGF der Küsterei: 367 m²

Baurechtliche Einstufung: GK 5, Sonderbau wegen der Versammlungsstätte für ca. 150 Personen

Architekten: BvdM Architekten, Lobeckstr. 30-35, 10969 Berlin www.bvdm-arch.de

Brandschutzprüfer: Dr. Menzel, Beatrix Niehues

Entwurfskizze ev. Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen (Zeichnung BvdM Architekten)