Ein Einblick in unsere „Storytelling“-Fortbildung – von einem, der auszog, etwas Neues zu lernen

Etwas Neues lernen kann nie schaden und so zogen wir los – nicht nur einer, sondern 13 auf einen Streich. Unseren Trainer für die geplante Fortbildung, Michael Geerdts, hatten wir sozusagen schon im Zug mit im „Gepäck“. 

Storytelling lautete die Aufgabe, der wir uns gemeinsam in Bad Schandau widmeten. Storytelling ist an sich nichts Neues, aber in der Rationalität des Alltags und bei vernunftgesteuerten Charakteren wird ihr Wert oft vergessen, vernachlässigt, unterschätzt. Dabei ist Storytelling prädestiniert, Fakten und schwierige Sachverhalte anschaulich, nachvollziehbar und nachhaltig erinnerbar darzustellen.    

Aber Storytelling ist nicht einfach nur fröhliches Geplapper, es will gelernt sein. Denn eine gute Geschichte folgt einer Struktur, sie braucht eine Hauptfigur, ein Problem, einen Begleiter oder Problemlöser und einen Plan für die Problemlösung, die eine neue Erkenntnis darstellt. Das klingt einfach, aber so einfach kommen wir nicht davon, macht uns Michael klar. Denn es sollen möglichst auch noch ein Überraschungsmoment, etwas Emotion, wörtliche Rede und bildhafte Vergleiche eingebunden sein. 

So viel zur Theorie, die Praxis will geübt sein. Das taten wir. Jeder sollte sich eine Geschichte ausdenken, einige Freiwillige trugen ihre ersten Versuche vor und schnell war klar, da ist noch Luft nach oben. Aber Michael zitierte einen Schriftsteller, der gesagt haben soll: „First draft is always shit“. Das ist ein Trost und zugleich Ansporn weiterzumachen. Es nochmal anzugehen, die „Regieanweisung“, die Tipps zu berücksichtigen und die Geschichte zu verfeinern, zu verbessern, zu ergänzen oder deutlicher auf den Punkt zu bringen.  

Gleichermaßen konnte man sich bei Michael einiges in Richtung Vortragstechnik abgucken. Schließlich soll die Geschichte nicht nur schriftlich interessant, spannend, auf den Punkt gebracht sein, sie muss auch an den Zuhörenden gebracht werden. Die beste Geschichte zündet nicht, wenn sie nicht auch gut vorgetragen wird. Stimmlage, Gestik, Pausen – das alles will auch geübt sein. Es wird mit der Übung leichter, kein Meister ist vom Himmel gefallen und es wird vor allem mit der Authentizität leichter. Je überzeugter wir selbst von unserer Geschichte sind, umso besser gelingt uns der Vortrag. Einen Blockbuster im Kopf der Zuhörer hinterlassen – wer wollte das nicht schon mal bewirken?  

Klar kann man eine Geschichte einfach erzählen, man kann aber auch eine Geschichte zum Vortrag machen und diesen mit Fotos hinterlegen. Mit Fotos, die zusätzlich im Kopf des Betrachters hängen bleiben und nachhaltig einen Erinnerungseffekt hervorrufen. 

Für all das haben wir an zwei Tagen die Grundlagen vermittelt bekommen, aber wozu setzen wir das nun ein? Eine spannende Frage, ist doch unser Brandschutzwissen fachlich, sachlich, nüchtern, kaum verhandelbar und noch weniger interpretierbar. Wo also können wir den Esprit, den Humor, das Wesentliche einbauen, um das AHA-Erlebnis, den Wow-Effekt zu bewirken? Diese Aufgabe ist auch im nüchternen Fachchinesisch zu lösen, zum Beispiel in einem Presse- oder Werbetext, in einem Newsletter, in der Beschreibung eines Projektes oder in einem Vortrag bei der Vermittlung von Wissen. Gehen wir’s an!

 

Neben unserer Fortbildung zum Thema „Storytelling“, stand auch eine Wanderung auf unserem Programm.
Was wir dort alles erlebt haben können Sie hier nachlesen.