elektroakustische Anlagen für Alarmierungs- und Evakuierungsaufgaben

Beschreibung

Durch die Sprachalarmierung können gezielte Informationen, z. B. Verhaltensanweisungen, an betroffene Personen oder Gruppen übermittelt werden, wenn z. B. von einer Brandmeldeanlage ein Brand erkannt wird. Dadurch wird die Wahrnehmungszeit verkürzt, die Gefahr einer Panik vermindert und eine geordnete Evakuierung gewährleistet.

Sprachalarmierung ist in Objekten erforderlich, bei denen im Brandfall mit einer hohen Personengefährdung zu rechnen ist. Nach den bauaufsichtlichen Verordnungen und Richtlinien sind dies in erster Linie Verkaufsstätten, Versammlungsstätten und Hochhäuser. Eine Sprachalarmierung kann aber auch in anderen Gebäuden notwendig sein, in denen bei Notfallsituationen Personen schnell und geordnet in Sicherheit gebracht werden müssen.

Die Sprachalarmierung erfolgt über eine Sprachalarmanlage (SAA) oder ein Sprachalarmsystem (SAS).

Das sind elektroakustische Anlagen (Beschallungsanlagen), die aufgrund ihres Aufbaus mit hoher Sprachverständlichkeit geeignet sind, Alarmierungs- und Evakuierungsaufgaben (Evakuierungsanlage) zu übernehmen.

Anforderungen an Aufbau und Betrieb finden sich z. B. in DIN EN 60849, DIN VDE 0833 Teil 4, DIN EN 54-16, DIN EN 54- 24 und seit April 2012 in der neuen DIN 14675 “Brandmeldeanlagen – Aufbau und Betrieb” mit den Anforderungen an die Qualifikation von Fachfirmen und Personen.

Vorteile und Anforderungen

Akustische Alarmsignale (Hupen oder Sirenen) erzeugen zwar Aufmerksamkeit, können aber keine geregelten Informationen weitergeben. Daher werden sie oft nicht beachtet oder falsch gedeutet. Im Vergleich dazu hat eine klare und verständliche Sprachalarmierung eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Reaktionszeit gefährdeter Personen wird verkürzt.
  • Eindeutige Anweisungen zu erforderlichen Handlungen, z. B. zu zielgerichtetem Verhalten oder zu geregelten Räumungen, sind möglich.
  • Notfalldurchsagen können mehrsprachig erfolgen.
  • Fehl- bzw. Falschalarme können gezielt widerrufen werden.

Brandfalldurchsagen müssen kurz, klar und verständlich sein. Daher ist die Sprachverständlichkeit eine komplexe Anforderung an eine SAA. Besonders in Innenräumen mit glatten Flächen aus Glas, Stahl oder Beton liegen häufig ungünstige raumakustische Bedingungen vor. Geeignete Messungen sind hier zwingend erforderlich. Folgende Faktoren sind dabei zu berücksichtigen:

  • Störgeräuschpegel im Alarmierungsfall (z. B. Menschenmenge)
  • Direktschallpegel, der durch die SAA selbst erzeugt werden kann
  • Diffusschallpegel des Alarmierungsbereichs (Nachhallzeit und Raumvolumen).

Bei raumakustisch schwierigen Räumen sollten im Vorfeld eine Berechnung und eine Simulation der Sprachverständlichkeit vorgenommen und – nach Errichtung der Sprachalarmanlage – die Sprachverständlichkeit messtechnisch erfasst werden.

Sprachalarmierung sorgt für eine zügige Evakuierung_Bahntower in Berlin Foto_onnola auf Flickr
Sprachalarmierung sorgt für eine zügige Evakuierung: Bahntower in Berlin Foto: onnola auf Flickr