Ein nachhaltiger Neubau in Holzbauweise

Die Lage

Multikulturell. So würde man Moabit beschreiben. Allerdings nicht als Kompliment: Multikulturell bedeutet Sozialkonflikte, Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Mit seiner Justizvollzugsanstalt und seinen mit ethnischen Lebensmittelläden und Dönerbuden getüpfelten Alleen gehört Moabit keinesfalls zu den trendigen Bezirken der Hauptstadt. Aus diesem Grund sind wir stolz, an einem städtischen Sanierungsprojekt teilgenommen zu haben, das Sozial- und Umweltbewusstsein verbindet.

Perspektive aussen, Visualisierung: Kersten+Kopp Architekten BDA

Der Kinderhof

Seit 1997 besteht der Moabiter-Kinderhof. Nun soll das Bestandsgebäude durch einen Neubau ersetzt werden. Dieser umfasst eine Nutzungseinheit und bietet einen Aufenthalt für max. 100 Personen im Ausnahmefall. In der Zeit von Montag – Freitag von 13:00 – 18:00 Uhr sind Kinder zwischen 7 und 13 Jahren im nachhaltigen Spielhaus für ökologisch orientierte Lernprojekte, Spiel- und Sportaktivitäten willkommen.

 

Das neue Gebäude wird so angeordnet und ausgeformt, dass der alte Baumbestand erhalten werden kann. Durch Vor- und Rücksprünge der einzelnen Baukörper passt sich der Bau zwischen die Kastanien-, Buchen- und Eichenbäume ein.

Perspektive Innenraum, Visualisierung: Kersten+Kopp Architekten BDA

Die Struktur

Der Neubau des Moabiter Kinderhofes wird im Sinne eines nachhaltigen und CO2-neutralen Ansatzes in Holzbauweise geplant. Die konstruktiven Bauteile werden aus Furnierschichtholzplatten gefertigt. Das Tragwerk wird aus Modulen zusammengesetzt, die im Werk gefertigt und auf der Baustelle lediglich zusammengefügt werden. Die Dachplatten aus Furnierschichtholz-Rippenelementen lagern auf Wandelementen ähnlicher Konstruktionsart auf. Eine Nutzung der Tragkonstruktion als Stauraum wird durch die 40 cm tief ausgeführten Stiele der Wandelemente möglich. Die Holzaußenwandkonstruktion wird durch die Verkleidung mit einer Holzschalung als horizontale Brettschalung geschützt. So erscheint das Gebäude auch von außen als robuster, hölzerner Baukörper.

Ansprechpartner

Auftraggeber: Jugendamt Bezirksamt Mitte, Berlin

Architekt: Kersten Kopp Architekten GmbH,

KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN

Das Brandschutzkonzept

FFOK: 3,80 m → GK 1

Nutzung: ungeregelter Sonderbau

Aufgrund des ungeregelten Sonderbautatbestandes und da mit dem Aufenthalt von Schutzbefohlenen Personen zu rechnen ist, wird schutzzielorientiert ein Feuerwiderstand von 15 Minuten gefordert. Vernetzte Rauchwarnmelder zur frühzeitigen Branderkennung im Gebäude sind vorgesehen. Das Gebäude verfügt über kurze Rettungswege von max. 13,60 m und direkte Ausgänge ins Freie. Somit kann der Neubau schnell evakuiert werden. Auch Flucht- und Rettungspläne sind vorgesehen.